Der Arzt ist Ihr Partner
Wenn Sie zum ersten Mal zu uns in die radprax kommen, erwartet Sie ein ausführliches Gespräch mit dem
für Ihre Behandlung zuständigen Facharzt für Strahlentherapie. Dazu dürfen Sie gerne jemanden
aus Ihrer Verwandtschaft oder eine Vertrauensperson mitbringen: Vier Ohren hören mehr als zwei, und wie
schnell vergisst man etwas oder verwechselt die Dinge.
Beim Fragen nicht locker lassen
Scheuen Sie sich nicht, während des Gesprächs Notizen zu machen. Fragen Sie, wenn Sie etwas nicht
verstehen und lassen Sie sich Fachausdrücke erklären.
Reden Sie offen über Ihre Ängste, Sorgen und Befürchtungen. Der Arzt ist Ihr Partner, der mit
Ihnen an einem Strang zieht und mit Ihnen gemeinsam den Kampf gegen Ihre Krankheit aufnimmt. Außerdem: Der
informierte und aufgeklärte Patient, der versteht, was mit ihm geschieht, kann aktiv an seiner Genesung
mitarbeiten.
Den Notizblock in Reichweite halten
Zu empfehlen ist, dass Sie sich auf dieses Gespräch vorbereiten: Legen Sie am besten schon Tage vorher
Papier und Schreibzeug in Reichweite und notieren Sie alle Fragen, die Ihnen durch den Kopf gehen. Bringen Sie
unbedingt alle verfügbaren Behandlungsunterlagen wie z. B. Operationsbericht, Röntgenbilder und
Arztbrief mit. Die Durchsicht dieser Unterlagen liefert dem Strahlentherapeuten zusammen mit der
anschließenden gründlichen körperlichen Untersuchung die Grundlage für die Beurteilung Ihrer
Krankheit und der Planung der für Sie notwendigen Strahlenbehandlung.
Viel Aktivität hinter den Kulissen
Der Strahlentherapeuten unserer Praxis besprechen sich täglich in einer Teamkonferenz. Hier werden auch ihr
Krankheitsfall und die notwendigen Therapiemaßnahem erörtert. Auch die Bestrahlungspläne jedes
Patienten werden zusammen mit den Medizinphysikern mehrfach geprüft. Davon werden Sie direkt natürlich
nicht viel mitbekommen, auch nicht davon, dass 24 Stunden am Tag Computer ihren Behandlungsplan
überprüfen und optimieren. Dennoch ist es so, dass sich die Ärzte Tag für Tag intensiv mit
Ihnen und Ihrem Genesungsprozess befassen.
Gleichzeitig wird Ihr Hausarzt bzw. der zuständige Fach- oder Stationsarzt darüber unterrichtet, dass die Indikation für eine Bestrahlung gegeben (oder in manchen Fällen auch nicht gegeben) ist. Das Schreiben beinhaltet ferner Informationen über das Procedere der Behandlung und den Hinweis, dass die ärztlichen Kollegen nach Abschluss der Behandlungsserie erneut eine Mitteilung über den Stand der Dinge erhalten.
Einverständnis - kein Grund zum Missverständnis
Ihr Strahlentherapeut wird Ihnen einen Aufklärungsbogen aushändigen, auf dem möglichst viele
Therapienebenwirkungen dargestellt sind. Dieser Bogen dient als Einverständniserklärung, die Sie vor
der ersten Bestrahlung unterzeichnen müssen. Er hat eine ähnliche Funktion wie der Beipackzettel bei
Medikamenten: Darin sind alle bekannten Nebenwirkungen aufgeführt. Es wird nicht unterschieden, welche
wahrscheinlich, welche vielleicht oder welche nur äußerst selten auftreten. Und von daher hat diese
Einverständniserklärung auch den gleichen Effekt wie ein Beipackzettel: Man erschrickt zunächst
einmal.
Doch lassen Sie sich von dem Inhalt nicht verunsichern: Alle Nebenwirkungen müssen aus juristischen Gründen aufgelistet werden. Ob überhaupt welche bei Ihnen auftreten und wie stark sie sich auswirken, lässt sich, wie schon der Name sagt, nur im Aufklärungsgespräch klären.
Gut geplant ist halb geheilt
Es liegt in Ihrem Interesse, wenn wir jede Bestrahlung so sorgfältig wie möglich planen. Sinn der
Bestrahlungsplanung ist es, den Krankheitsherd genau und vollständig zu erfassen und das umgebende gesunde
Gewebe sowie lebenswichtige Organe zu schonen. Dies ist heute Dank spezieller Röntgengeräte und
computerunterstützter Bestrahlungsplanung wesentlich besser möglich als früher.
Eine große Hilfe, die beste Bestrahlungstechnik zu finden, ist die Computertomographie: Mit ihr kann der zu bestrahlende Körperabschnitt scheibchenweise mit allen Nachbarorganen abgebildet werden. Diese Bilder und die darin enthaltenen Daten werden direkt in den Bestrahlungscomputer eingelesen (virtuelle Simulation). Der Strahlentherapeut zeichnet millimetergenau das gewünschte Zielvolumen ein. Die virtuelle Simulation der Strahlentherapie ist für den Patienten der zeitaufwändigste Teil der gesamten Behandlung. Hier muss Maßarbeit geleistet werden, die viel Geduld erfordert. Für Sie besteht die Geduldsprobe vor allem darin, während der virtuellen Simulation möglichst ruhig zu liegen. Diesen Zeitaufwand sollten Sie aber gerne in Kauf nehmen, da er sich voll zu Ihren Gunsten auswirken wird.
Arzt und Physiker ermitteln dann auf Grundlage der bei der virtuellen Simulation ermittelten Daten mit Hilfe des Computers die günstigste Bestrahlungsart. Dieser Bestrahlungsplan wird mehrmals geprüft und dann Schritt für Schritt auf Sie übertragen. Je nach Art Ihrer Erkrankung kann diese Bestrahlungsplanung einen oder mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Markierungen auf der Haut
Um diese komplizierten Einstellungen nicht bei jedem Bestrahlungstermin erneut vornehmen zu müssen, werden
die ermittelten Bestrahlungsfelder auf die Haut oder auf die Lagerungshilfen bzw. Masken eingezeichnet. Die
Markierungen (Feldeinzeichnungen) ermöglichen eine genau wiederholbare Einstellung bei jeder Bestrahlung.
Waschen Sie daher diese Feldeinzeichnungen bitte nicht ab, da wir ansonsten die gesamte, zeitaufwendige
Einzeichnung und Einstellung wiederholen müssen.
Geduld, die sich lohnt
Um bestimmte Organe wie Speiseröhre, Harnblase oder Darm sichtbar zu machen, kann es manchmal notwendig
sein, Kontrastmittel zu verabreichen. Für bestimmte Körperregionen werden Lagerungshilfen verwendet wie
Ganzkörpergipsbetten, Vakuumlagerungskissen und die vorher erwähnten individuell angefertigten Masken.
Diese werden in Handarbeit passgenau für jeden einzelnen Patienten angefertigt.
Vor Beginn der Strahlenbehandlung stellen wir einen Terminplan auf. Sie erfahren dann, wie viele Tage oder Wochen Sie voraussichtlich bestrahlt werden. Allerdings sind bisweilen Änderungen möglich: Wir richten uns nach Ihrem Befinden, eventuellen Nebenwirkungen und dem Ansprechen des Tumors auf die Behandlung. Somit kann sich eine Verkürzung oder auch Verlängerung der Behandlungsdauer ergeben. Die Wochenenden sind grundsätzlich frei.
Es gibt keine Behandlung von der Stange. Nur individuelle Lösungen.
Daran arbeiten wir Tag für Tag.
Die erste Bestrahlung
Viele Patienten haben vor der ersten Bestrahlung eine Art Lampenfieber. Dies ist verständlich, aber
unbegründet. Die Bestrahlung ist schmerzlos und dauert je nach Bestrahlungsfeld und Lage des
Krankheitsherdes nur wenige Minuten. Wesentlich länger dauert die Vorbereitung auf die Bestrahlung in den
etwas abgedunkelten Behandlungsräumen. Es wird zunächst die Lagerungsposition genau eingestellt. Das
geschieht mit Hilfe von farbigen Laserstrahlen. Dann zeigt ein Lichtfeld das Bestrahlungsfeld an, so dass die
eingezeichneten Felder mit dem Bestrahlungsfeld genau zur Deckung gebracht werden können. Erst wenn alle
Einstellungen übereinstimmen kann eine Bestrahlung erfolgen.
Immer in Kontakt
Bei der Bestrahlung muss das Personal den Raum aus Strahlenschutzgründen verlassen. Wir stehen jedoch in
ständiger Sicht- und Sprechverbindung mit Ihnen. Sie können auch während der Bestrahlung mit uns
Kontakt aufnehme. Das sollten Sie aber nur in dringenden Fällen tun, denn es ist außerordentlich
wichtig, dass Sie während der Bestrahlung ruhig liegen.
Die erste Bestrahlungssitzung dauert etwas länger als die folgenden, da der Arzt und meist auch ein Physiker vor Beginn der Bestrahlung nochmals alle Einzelheiten überprüfen. Insbesondere wird das bei der Ersteinstellung angefertigte Bestrahlungsprotokoll vom Physiker am Computer nachgerechnet. Erst dann gibt der verantwortliche Arzt die eigentliche Bestrahlung frei.
Safety first
Die Sicherheitsstandards unserer Bestrahlungsgeräte sind besonders hoch angesetzt. Sie unterliegen der
Strahlenschutzgesetzgebung und werden regelmäßig von unseren auch hierfür speziell ausgebildeten
Medizinphysikern überwacht. Damit ist gewährleistet, dass die Geräte stets die richtige Strahlung
abgeben.
Wenn Ihnen etwas unklar ist - bitte fragen Sie uns ganz einfach.
Wir sind für Sie da.