Die schmerzstillende Wirkung der Röntgenstrahlen wurde schon zwei Jahre nach ihrer Entdeckung erkannt. Zu
Beginn des 20. Jahrhunderts war die Strahlen-
therapie gutartiger Erkrankungen weiter verbreitet als die bösartiger Krankheiten. In der Folgezeit
änderte sich jedoch dieses Verhältnis und die Therapie der degenerativ-entzündlichen
Veränder-
ungen nahm mit der Entdeckung neuer Arzneien und Behandlungsmethoden immer mehr ab.
Die guten Behandlungsergebnisse der Strahlentherapie, vor allem ihre schmerz-
stillende Wirkung haben dazu geführt, dass diese Therapieform heute wieder an Aktualität gewinnt. Doch
immer noch werden Patienten oft nur aus Unkenntnis nicht strahlentherapeutisch behandelt, oder die
Strahlentherapie wird lediglich als „letztes Mittel“ eingesetzt, nachdem andere Therapien, wie z. B.
physikalische Therapien, Krankengymnastik, Ultra-
schall, Akupunktur und verschiedene Formen der medikamentösen Behand-
lung versagt oder keine anhaltende Besserung der Leiden gebracht haben.
Die Strahlentherapie bei schmerzhaften, degenerativ-entzündlichen Erkrankungen des Skeletts ist eine sehr wirksame und kostengünstige, nebenwirkungsarme Therapie. Sie ist eine Alternative und Ergänzung zu anderen, oft langwierigen konservativen Behandlungen. Wegen der geringeren Wirksamkeit bei lang bestehenden Symptomen sollte der Einsatz der Strahlentherapie nicht zu lange hinausgezögert werden (< 3 Monate).