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radprax-Leistungen


Die Anwendungsbereiche


I. Welche degenerativ / entzündlichen Erkrankungen
können bestrahlt werden?

  • Degenerativ-entzündliche Weichteilerkrankungen

    • Tennis- und Golferellenbogen (Epicondylitis humeri)
    • Schmerzhafte Schulter (Periarthritis humeroscapularis)
    • Schmerzhafte Ferse bei Fersensporn (Calcaneodynie)
    • Entzündung des Achillessehnenansatzes (Achillodynie)
  • Schmerzhafte degenerative Gelenkerkrankungen

    • Daumensattelgelenk
    • Fingergelenke
    • Schultergelenke
    • Kniegelenk
    • Hüftgelenke
  • Wuchernde Bindegewebserkrankungen

    • Schwiele an der Bindehaut des Auges (Pterygium)
    • Rezidivprophylaxe bei Narbenwucherungen (Kelloiden)
    • Verkrümmungen des Penis (Induratio penis plastica)
    • Knoten / Stränge der Hohlhand (M. Dupuytren)
    • Knoten / Stränge der Fußsohle (M. Ledderhose)
  • Funktionelle Organerkrankungen

    • Hervortretende Augäpfel (Endokrine Orbitopathie) bei Schilddrüsenüberfunktion
  • Strahlentherapie zur Prophylaxe von gutartigen Erkrankungen

    • Prophylaxe von Verknöcherungen (heterotope Ossifikationen) nach Hüftgelenksersatz oder nach Polytrauma bei Myositis ossificans der Weichteile
    • Prophylaxe der Sehverschlechterung/Erblindung bei feuchter Makuladegeneration
    • Prophylaxe von Restenosierungen der Gefäße nach Stent-Implantationen oder nach Ballondilatationen

Häufigste Indikationen

Schulterschmerz (Periarthritis humeroscapularis)
Ursachen der schmerzhaften Schulter können Entzündungen in der Umgebung des Gelenkes (Arthritis), Verkalkungen (z. B. der Schleimbeutel oder der Sehnenansätze), Reizung und Entzündung der Sehnenansätze sein. Die Folge sind chronische Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung. Therapeutisch werden Injektionen von Corticosteroiden und Lokalanästhetika versucht, ebenso die Gabe antientzündlicher und schmerzstillender Mittel. Daneben werden auch physikalische Therapiemaßnahmen eingesetzt. Selbst nach einer erfolglosen Behandlung mit diesen Methoden kann die Strahlentherapie bei bis zu 80% der Fälle die Beschwerden dennoch lindern. Oft kann eine kurzfristige Schmerzverstärkung nach den ersten Bestrahlungen auftreten, dies ist kein ungünstiges Zeichen. Mehr als 50% der Patienten erreichen oft schon während der Therapie eine Schmerzlinderung. Der endgültige Behandlungserfolg kann allerdings frühestens nach 10 bis 12 Wochen beurteilt werden. Bei Restbeschwerden ist eine weitere Bestrahlungsserie möglich. Der Therapieerfolg dauert dann in der Regel mehrere Jahre an.

Epicondylitis (Tennis-, Golferarm)
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um schmerzhafte Entzündungen des Binde- und Stützgewebes seitlich oder an der Innenseite des Ellenbogengelenkes. Ursachen sind Fehl-, oder Überbelastungen im Rahmen der beruflichen oder sportlichen Tätigkeit. Selbst nach langer und evtl. erfolgloser Vorbehandlung durch verschiedene Medikamente, Physiotherapien und physikalischen Maßnahmen, kann die Strahlentherapie in ca. 80% der Fälle zu einer anhaltenden Schmerzbeseitigung oder erheblichen Linderung führen. Im Gegensatz dazu sprechen die Belastungsschmerzen etwas schlechter, aber rund 54% werden zumindest erheblich gelindert. Eine ungünstige Prognose, auch für die Strahlentherapie ist eine lange Krankheitsdauer von über 1 Jahr, viele Vorbehandlungen und längere Phasen der Ruhigstellung des Gelenkes. Auch nach erfolgloser OP kann eine Strahlentherapie wirksam sein. Die Strahlentherapie ist bei mehr als 3 Monate anhaltendem, nicht zu beherrschenden Schmerzen eine äußerst sinnvolle Ergänzung der therapeutischen Möglichkeit in der Behandlung der Epicondylitis.

Fersensporn
Ein Fersensporn kann sowohl an der hinteren Rundung des Fersenbeins als auch an der Auftrittsfläche der Ferse entstehen. Der hintere Fersensporn kann durch sein Einwachsen in die Achillessehne lokale Schmerzen verursachen, die in die Wade einstrahlen. Die entzündlichen Begleitreaktionen an der Auftrittsfläche der Ferse können das Gehen nahezu unmöglich machen. Vor der Strahlentherapie werden meist andere Therapien eingesetzt (lokale Injektionen von Corticosteroiden und Lokalanästhetika) und wie auch bei den anderen degenerativen Erkrankungen, antientzündliche und schmerzstillende Medikamente sowie physikalische Maßnahmen. Angepasste Schuheinlagen werden ebenfalls eingesetzt. Gelegentlich kommt es zu einer spontanen Rückbildung der Beschwerden. Die Strahlentherapie kommt nach 3 Monaten vergeblicher Therapieversuche in Frage. Sie sollte allerdings nicht zu spät erfolgen, da nach 6 Monaten die Erfolgsaussichten sinken. Eine komplette Schmerzfreiheit kann in über 70% der Fälle erreicht werden.

Gelenkarthrose (Finger-, Schulter, Hüft-, Kniegelenke)
Der Begriff Arthrose (auch Osteoarthrose, Arthropathie, Arthritis deformans) bezeichnet alle degenerativen Prozesse an den Gelenken, die mit einer Zerstörung des Knorpels, einem Knochenumbau und einer Knochenneubildung einhergehen und von entzündlichen Veränderungen der Gelenkhüllen, teilweise auch mit Ergussbildung begleitet sind. Starke Schmerzen können sowohl in Ruhe als auch bei Belastung die Folge sein. Nachtschmerz ist typisch. Die Strahlentherapie kann die degenerativen Veränderungen nicht beheben, aber sie bietet sich als symptomatische Maßnahme an. Sie kann im Gegensatz zu anderen konservativen Maßnahmen (lokale und systemische antientzündliche und Schmerz stillende Medikamente, physikalische Therapie, Krankengymnastik) in bis zu 75% der Fälle eine langfristige Schmerzlinderung erreichen. Auch hier ist eine lange Symptomdauer von über 2 Jahren prognostisch ungünstig, ebenso ausgeprägte Gelenkveränderungen.