Schulterschmerz (Periarthritis humeroscapularis)
Ursachen der schmerzhaften Schulter können Entzündungen in der Umgebung des Gelenkes (Arthritis),
Verkalkungen (z. B. der Schleimbeutel oder der Sehnenansätze), Reizung und Entzündung der
Sehnenansätze sein. Die Folge sind chronische Schmerzen und eine Bewegungseinschränkung. Therapeutisch
werden Injektionen von Corticosteroiden und Lokalanästhetika versucht, ebenso die Gabe
antientzündlicher und schmerzstillender Mittel. Daneben werden auch physikalische Therapiemaßnahmen
eingesetzt. Selbst nach einer erfolglosen Behandlung mit diesen Methoden kann die Strahlentherapie bei bis zu 80%
der Fälle die Beschwerden dennoch lindern. Oft kann eine kurzfristige Schmerzverstärkung nach den
ersten Bestrahlungen auftreten, dies ist kein ungünstiges Zeichen. Mehr als 50% der Patienten erreichen oft
schon während der Therapie eine Schmerzlinderung. Der endgültige Behandlungserfolg kann allerdings
frühestens nach 10 bis 12 Wochen beurteilt werden. Bei Restbeschwerden ist eine weitere Bestrahlungsserie
möglich. Der Therapieerfolg dauert dann in der Regel mehrere Jahre an.
Epicondylitis (Tennis-, Golferarm)
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um schmerzhafte Entzündungen des Binde- und Stützgewebes seitlich
oder an der Innenseite des Ellenbogengelenkes. Ursachen sind Fehl-, oder Überbelastungen im Rahmen der
beruflichen oder sportlichen Tätigkeit. Selbst nach langer und evtl. erfolgloser Vorbehandlung durch
verschiedene Medikamente, Physiotherapien und physikalischen Maßnahmen, kann die Strahlentherapie in ca.
80% der Fälle zu einer anhaltenden Schmerzbeseitigung oder erheblichen Linderung führen. Im Gegensatz
dazu sprechen die Belastungsschmerzen etwas schlechter, aber rund 54% werden zumindest erheblich gelindert. Eine
ungünstige Prognose, auch für die Strahlentherapie ist eine lange Krankheitsdauer von über 1 Jahr,
viele Vorbehandlungen und längere Phasen der Ruhigstellung des Gelenkes. Auch nach erfolgloser OP kann eine
Strahlentherapie wirksam sein. Die Strahlentherapie ist bei mehr als 3 Monate anhaltendem, nicht zu
beherrschenden Schmerzen eine äußerst sinnvolle Ergänzung der therapeutischen Möglichkeit in
der Behandlung der Epicondylitis.
Fersensporn
Ein Fersensporn kann sowohl an der hinteren Rundung des Fersenbeins als auch an der Auftrittsfläche der
Ferse entstehen. Der hintere Fersensporn kann durch sein Einwachsen in die Achillessehne lokale Schmerzen
verursachen, die in die Wade einstrahlen. Die entzündlichen Begleitreaktionen an der Auftrittsfläche
der Ferse können das Gehen nahezu unmöglich machen. Vor der Strahlentherapie werden meist andere
Therapien eingesetzt (lokale Injektionen von Corticosteroiden und Lokalanästhetika) und wie auch bei den
anderen degenerativen Erkrankungen, antientzündliche und schmerzstillende Medikamente sowie physikalische
Maßnahmen. Angepasste Schuheinlagen werden ebenfalls eingesetzt. Gelegentlich kommt es zu einer spontanen
Rückbildung der Beschwerden. Die Strahlentherapie kommt nach 3 Monaten vergeblicher Therapieversuche in
Frage. Sie sollte allerdings nicht zu spät erfolgen, da nach 6 Monaten die Erfolgsaussichten sinken. Eine
komplette Schmerzfreiheit kann in über 70% der Fälle erreicht werden.
Gelenkarthrose (Finger-, Schulter, Hüft-, Kniegelenke)
Der Begriff Arthrose (auch Osteoarthrose, Arthropathie, Arthritis deformans) bezeichnet alle degenerativen
Prozesse an den Gelenken, die mit einer Zerstörung des Knorpels, einem Knochenumbau und einer
Knochenneubildung einhergehen und von entzündlichen Veränderungen der Gelenkhüllen, teilweise auch
mit Ergussbildung begleitet sind. Starke Schmerzen können sowohl in Ruhe als auch bei Belastung die Folge
sein. Nachtschmerz ist typisch. Die Strahlentherapie kann die degenerativen Veränderungen nicht beheben,
aber sie bietet sich als symptomatische Maßnahme an. Sie kann im Gegensatz zu anderen konservativen
Maßnahmen (lokale und systemische antientzündliche und Schmerz stillende Medikamente, physikalische
Therapie, Krankengymnastik) in bis zu 75% der Fälle eine langfristige Schmerzlinderung erreichen. Auch hier
ist eine lange Symptomdauer von über 2 Jahren prognostisch ungünstig, ebenso ausgeprägte
Gelenkveränderungen.