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13.05.2009

Quelle: Westdeutsche Zeitung

Modernste Technik im Kampf gegen den Krebs

Linearbeschleuniger für präzise und schonende Behandlung ist in NRW einmalig. Radprax investiert 5 Millionen.

Wuppertal. Ist die Strahlen-Dosis ausreichend groß, läßt sich jeder Tumor abtöten. Doch die große Gefahr dabei: Umliegendes Gewebe und gesunde Organe werden angegriffen. Mit einem neuen Linearbeschleuniger trägt die Radprax jetzt weiter dazu bei, dass das Petrus-Krankenhaus über einen Krebsbehandlungsschwerpunkt mit modernster Technik verfügt: Das Gerät für präzise und schonende Strahlentherapie kommt bei Brustkrebs, Lungen- und Hirntumor genauso zum Einsatz wie bei Metastasen im Knochen und Gehirn oder beim Prostatakarzinom.

Bei der Bestrahlung rotiert das Gerät um den Krebspatienten

Für Krebspatienten bringt die neue Technik viele Vorteile: Der Tumor kann effektiver bestrahlt werden, gleichzeitig werden die gesunden Organe geschont. Bei der sogenannten RapidArc-Behandlungsmethode kann die Strahlendosis innerhalb eines Bestrahlungsfeldes verändert werden. "Bestrahlung ist ein mächtiges Werkzeug im Kampf gegen den Krebs, aber es kommt auf den exakten Einsatz an", sagt Dr. Martina Treiber, leitende Ärztin der Strahlentherapie bei Radprax.

Bei der Methode rotiert der Strahlerkopf um den Patienten und ermöglicht so eine genaue Anpassung der Strahlung an die Form des Tumors. Das ist besonders effektiv, weil viele Tumore nicht symmetrisch sind. Ganz wichtig: Die Dosis kann erhöht werden, ohne gesundes Gewebe zu schädigen.

Beispielsweise ein Lungentumor, der sich beim Ein- und Ausatmen immer wieder verschiebt, kann so optimal von den Strahlen "erwischt" werden, ohne dass die gesunde Lunge angegriffen wird. Das gleiche gilt für Metastasen im Rückenmark oder spezielle Krebsformen auf der Kopfhaut. Denn wenn das Rückenmark zu stark bestrahlt wird, kann es zu Lähmungen des Patienten kommen. Auch kann so die Kopfhaut bestrahlt werden, ohne dem Gehirn zu schaden.

Ein weiterer Vorteil: Für Patienten ergeben sich kürzere Behandlungszeiten, die Bestrahlungsdauer kann um rund ein Drittel verkürzt werden. Über einen in das Bestrahlungsgerät integrierteren Computertomographen wird die Positionierung des Patienten auf dem Bestrahlungstisch kontrolliert - und natürlich die genaue Position des Tumors angezeigt. Grundsätzlich müssen für die erfolgreiche Tumortherapie die Strahlen-Experten eng mit Onkologen, Chirurgen und Physikern zusammenarbeiten.

Täglich werden pro Einheit rund 60 Patienten bestrahlt

Nach Angaben von Radprax ist das Gerät bisher das einzige in Nordrhein Westfalen. Schon jetzt würden aus diesem Grund viele Patienten von weit her an die Carnaper Straße überwiesen, so das Team von Radprax und Petrus-Krankenhaus. Täglich werden pro Bestrahlungseinheit rund 60 Patienten behandelt. In 2008 waren es insgesamt 1665 Patienten, die im Durchschnitt 10 bis 30 Mal zur Bestrahlung kamen.

Im Zuge der Modernisierungsarbeiten in der Strahlentherapie am Petrus-Krankenhaus investiert Radprax mehr als fünf Millionen Euro.